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LIVE EXPERIENCE Symposium

Symposium

 

Live experience symposium in Berlin

Die Veranstaltungsbranche im digitalen Wandel

VICTORIA│International LIVE EXPERIENCE Symposium in Berlin –
Nachbericht

Heutzutage und mit der ständigen Entwicklung unserer Gesellschaft entwickelt sich die Welt sehr schnell. Deshalb ist es wichtig, sich der Digitalisierung zuzuwenden, nicht nur wegen all der Vorteile, die sie für Unternehmen in allen Sektoren mit sich bringt, sondern auch wegen der Auswirkungen, die sie auf das Verbraucherverhalten haben wird. Dies wird auch für die Veranstaltungswirtschaft immer relevanter, nicht nur wegen der Pandemie, sondern auch wegen der sich ändernden Bedürfnisse und Erwartungen der Teilnehmer und des Mehrwerts, den die Digitalisierung für Veranstaltungen bringen kann. 

Aus diesem Grund veranstaltete die VICTORIA Internationale Hochschule das Live Experience Symposium, um Wissenschaft und Praxis zusammenzubringen. Um genau das auch zu leben, lag die komplette Planung und Umsetzung der Veranstaltung beim Kurs Angewandtes Projektmanagement des Masterstudiengangs Business Management & Development, die unter anderem mit den beiden Studierenden Antonia Beck und Max Okonetschnikow auch vor der Kamera im Studio am Campus der Hochschule durch das Programm führten.

Die Idee zur Veranstaltung hatten Prof. Dr. Gabriele Mielke, Vizepräsidentin der Hochschule und Doreen Biskup, wissenschaftliche Mitarbeiterin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Verbands der Veranstaltungsorganisatoren e.V., der die Veranstaltung zudem auch unterstützte.

Nach dem Opening durch die beiden Initiatorinnen sprach Nadine Jüdes die Abteilungsleiterin Digitale Wirtschaft I Startups, über die Integration und das Verständnis der digitalen Transformation als Chance für Veranstaltungen, um originelle und attraktive Online-, traditionelle oder hybride Umgebungen für den Austausch von Wissen, Erfahrungen und Best Practices zu schaffen. Digitales Customer Experience Management in der Eventbranche aus Sicht des Performance Managements sowie die Herausforderungen, Ansätze und Handlungsempfehlungen wurden von Experten auf dem Live Experience Symposium vorgestellt.

I – Neueste Ergebnisse des Future Meeting Space – Matthias Schultze

Referent Matthias Schultze, Geschäftsführer des GCB, zeigte die Bedeutung von Veranstaltungen für den Wissenstransfer und die Wissensgenerierung auf und darüber hinaus deren Bedeutung als Instrument nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Wirtschaft. Face-to-Face-Veranstaltungen waren aufgrund der Pandemie eingeschränkt, was zu einer Anpassung an den virtuellen Raum führte. Dies führte auch zu einem Wandel in der Veranstaltungslandschaft, der dazu veranlasste, diese neue Normalität zu einer besseren Normalität zu machen. Es wurden auch Zukunftsszenarien vorgestellt, die helfen können, die zukünftige Entwicklung der Veranstaltungswelt besser einzuschätzen. Es sollten auch neue Formate ausprobiert und Omnichannel-Plattformen genutzt werden, bei denen die Gäste nicht nur zuhören, sondern auch auf vielfältige Weise teilnehmen können. Events müssen in einer hybriden Form geplant werden, bei der Präsenz- und digitale Veranstaltungen gekoppelt werden können, so dass sie nicht parallel laufen, sondern sich gegenseitig ergänzen.         

II – Automatisierung von Veranstaltungen – Colja Dams

In der Präsentation von Colja Dams, CEO von VOK Dams, ging es darum, dass sich die Art und Weise, wie die Menschen sowohl Präsenz- als auch Online-Dienste nutzen, völlig verändert hat, weil der Kunde von heute Hybrid ist und die Vorteile von Beidem nutzt, je nachdem, wie er sich weiterentwickeln möchte. Die technologische Phase ist vorbei, in der es darum ging, herauszufinden was die Technologie bietet und was man damit machen kann. Wir befinden uns jetzt in einer klassischen strategischen Phase, was bedeutet, dass die gesamte Customer Journey neu überdacht werden muss. Um in der hybriden Kommunikation in Zukunft erfolgreich zu sein, müssen Ziele definiert und gemessen werden, es muss eine agile Denkweise mit Fokus auf Nachhaltigkeit herrschen und das Gäste- und Crewmanagement berücksichtigt werden. Live- und digitale Events bieten unterschiedliche Erlebnisse und sind beide gleichermaßen wertvoll, daher muss der Fokus auf Interaktion liegen, z. B. durch Videoantworten und Nutzung aller Co-Creation-Möglichkeiten.

III – Digitale Events für die Wissenschaft – Felix Rundel

Der Vortrag von Felix Rundel, Co-Founder von futurehain, befasste sich mit den Auswirkungen der Pandemie auf die Wissenschaft. Es gab einen positiven Trend in Bezug auf die starke internationale Vernetzung von Wissenschaftlern und die hohe Geschwindigkeit sowie rasche Verbreitung von Studien und Konferenzen, die eine sehr wichtige Rolle in der Wissenschaft spielen. Daher mussten die Wissenschaftsorganisationen neue Wege finden, um den Austausch und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Forscher*innen im digitalen Raum zu ermöglichen. Herr Rundel präsentierte dem Zuhörer verschiedene Beispiele für das Potenzial digitaler Veranstaltungen für den wissenschaftlichen Austausch und die Wissenschaftskommunikation sowie die Mehrwerte. Der Ausblick auf das Thema ist, dass es eine positive Entwicklung geben wird, die die Reichweite auch hinzu weiteren Gesellschaften, Nachhaltigkeit, Inklusion und Vernetzung innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft erhöhen wird.

IV – Digitales Customer Experience Management – Christian Arnold & Stefan Schröder

Das Thema des Vortrags von Prof. Dr. Arnold und Prof. Dr. Schröder war Digital Customer Experience Management und die Relevanz von Plattformattributen für die Akzeptanz von E-Events. Sie sprachen über die Entwicklung und Bedeutung von Customer Experience und Customer Journey Experience und wie diese entwickelt, gestaltet und gemanagt werden müssen. Zudem wurde über ihre Studie und das Modell dargestellt, das die Beziehungen zwischen Customer Journey Experience, Markenvertrautheit, wahrgenommene Nützerfreundlichkeit und Nützlichkeit und Verhaltensabsicht aufzeigt. Sie wiesen darauf hin, wie wichtig es ist, die richtige Plattform für das Streaming von Veranstaltungen zu wählen. Dies, weil Plattformen auch eine Marke sind und damit ein Image haben, das sich direkt auf die Customer Journey Experience auswirkt.

V – Digitalisiertes Decision-Making Management in der Veranstaltungsbranche –  Elsa Graf & Richard Graf

75% der Meetings sind ineffizient, bei Q&A dominieren meistens nur wenige die Diskussion und die Gruppe kommt nicht zu Wort. Mit der Zeit lässt insbesondere bei Online-Events die Konzentration nach bis hin zur Zoom-Fatigue. Die Herausforderung besteht darin flexibel auf diverse Gruppen zu reagieren und für eine gemeinsame Lernkurve zu sorgen. Veranstaltungen bergen erhebliches Verbesserungspotential, das mit digitalem Decision-Making Management (DMM) verbessert werden sollte. Umfassendes DMM besteht aus DMM-Prozessen, der digitalen Team-DecisionMaker App und der KiE-Theorie, ausgerichtet am menschlichen Entscheidungsprozess, um gemeinsam getragene Entscheidungen herbeizuführen. DMM Elsa und Richard Graf zeigten, wie eine 100% Beteiligung während des Vortrags mit dem DecisionMaker herbeigeführt werden kann und alle gleichzeitig zu Wort kommen. So konnte auf die Gruppe reagiert und flexibel durch die Themen navigiert werden. DMM führt zu mehr Verständnis, Gruppengefühl, Wertschätzung und Team-Kompetenz.

VI – Zentrale Herausforderungen und Perspektiven von Führung im digitalen Zeitalter – Alexander Martin

Der Vortrag thematisierte unternehmerische Herausforderungen in Zeiten des digitalen Wandels. Zentraler Bezugspunkt der Überlegungen stellt die mit der Digitalisierung einhergehende Dezentralisierung von Entscheidungen und ein erhöhtes Maß an Selbstorganisation von Personen und Personengruppen dar. Digital Leadership wird in dem Beitrag vor diesem Hintergrund als Konzept der Personalführung betrachtet, bei dem es um einen möglichst produktiven Umgang mit Paradoxien geht. Im Kern der Betrachtungen steht das „Paradoxical Mindset“, welches es Führungskräften erlaubt, die an sie gestellten (oftmals) widersprüchlichen Anforderungen in Bezug auf die Führung von Personal zu bewältigen. Der Vortrag zeigte dabei auf Basis wissenschaftlicher Studien, dass ein „Paradoxical Leadership“ nicht nur die Führungskräfte in die Lage versetzt, mit den an die gestellten Herausforderungen besser als zuvor umzugehen, sondern gleichzeitig auch Beschäftigen befähigt, die durch die Digitalisierung wiederum an Sie gestellten Herausforderungen zu bewältigen.

VII – Förderung der Fairness im Fußball durch Einsatz des Videoschiedsrichters – eine utilitaristische Perspektive – Stefan Chatrath

Der Video-Schiedsrichterassistent wurde 2018 offiziell eingeführt und es scheint so, als ob die Kontroversen um die Schiedsrichter dadurch eher zugenommen haben. In diesem Vortrag wurde eine vorläufige Bilanz gezogen. Aufgabe des Videoschiedsrichter-Assistenten (VAR) ist, bei klaren und offensichtlichen Fehlentscheidungen oder schwerwiegenden übersehenen Vorfällen einzugreifen. Die Fairness soll durch Eingriff in die Torerzielung, Rote Karte, Strafstoß sowie Spielerverwechslung hergestellt werden. Die Spielsituation kann mit einem Freistoß bei Foulspiel wiederhergestellt werden. Fehlverhalten wird durch angemessene Strafen, wie gelbe Karte, bestraft. Wichtig hinsichtlich der Fairness ist insbesondere die Evaluation der VAR aus Sicht des Utilitarismus. Pleasure sollte immer größer als Pain sein. Allerdings leidet die Spielqualität durch Freudenbremsen beim Torjubel. Letztendlich macht VAR den Fußball fairer und Regeln können besser durchgesetzt werden.

VIII – Erfolgsfaktoren Digital Leadership – Vanessa Frost

Der Vortrag thematisierte die wesentlichen Einflussfaktoren von Digital Leadership auf den Unternehmenserfolg. Die voranschreitende Digitalisierung zwingt Unternehmen in Richtung der Digitalen Transformation zu agieren, wodurch die Unternehmensführung neuen Aufgaben und steigenden Herausforderungen begegnet. Abhilfe schafft Digital Leadership als neuartiges Konzept eine adäquate und wirkungsvolle Unternehmensführung im Zeitalter der digitalen Transformation. Fokus der aktuellen Forschung von Digital Leadership liegt auf der Ebene der Führungskräfte und nicht auf der Unternehmensführung. Es stellt sich die Frage: Inwiefern kann Digital Leadership als Erfolgsfaktor für die Unternehmensführung im Zeitalter der digitalen Transformation angesehen werden? Erfolgsfaktoren sind digitale Technologien, Ambidextrie, Agilität, Kundenorientierung sowie Kommunikation. Diese wirken auf die gesamte Organisation ein und werden durch Digital Leadership zum Unternehmenserfolg geführt.

Die Beiträge des Symposiums werden zusätzlich demnächst in einem Herausgeberband veröffentlicht.